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Forschungslabor Klinische und molekulare Hämostaseologie

Forschungstätigkeit:

Unser Forschungsteam, bestehend aus promovierten Medizinern und Naturwissenschaftlern, Doktoranden und technischen Assistenten, beschäftigt sich sowohl mit diagnostischen als auch therapeutischen Fragestellungen auf dem Gebiet der Hemmkörperhämophilie.

 

Neben generellen Fragen zum besseren Verständnis der Entstehung von Hemmkörpern steht die detaillierte Charakterisierung von Hemmkörpern im Mittelpunkt unserer diagnostischen Forschungstätigkeit als Zentrallabor und auch im Rahmen von europäischen Verbundprojekten. Da die Hemmkörper an funktionelle Regionen des FVIII Proteins binden, ist vor allem die Identifizierung dieser Bindungsstellen (auch Epitope genannt) von großem klinischem Interesse. Daher analysieren wir diese Bindungsstellen in einer großen Anzahl von Hämophilie A Patienten im Rahmen mehrerer internationaler Studien als Zentrallabor. Hier werden Laboranalysen mit klinischen Verlaufsdaten verglichen, um eine Relevanz für den Verlauf der Therapie zu bestimmen.

 

Ein langfristiges Ziel unserer therapeutisch ausgerichteten Forschung ist die Entwicklung neuartiger Immuntherapien zur dauerhaften Beseitigung von Hemmkörpern und Hemmkörper-produzierenden Zellen bzw. der Vorläufer-Zellen. Hier konnten wir in einem Projekt (CI3) bereits Antikörper gegen die Hemmkörper von Patienten (auch anti-Hemmkörper genannt) isolieren und charakterisieren.

 

In einem weiteren Therapieansatz zur Toleranzinduktion in der Hämophilie entwickelt unser Forschungslabor neuartige CAR-Treg-Zellen in dem europäischen Programm EDUC8 („Early Stage Researchers Programm on Factor 8 Immunogenicity“. Die Förderung findet hier im Rahmen der Horizon 2020 Marie-Skłodowska-Curie Innovative Training Networks Initiative statt. In einer Art europäischem Graduiertenkolleg wird jungen Promotionsstudierenden der Naturwissenschaften und der Medizin eine umfassende Ausbildung in den Bereichen Naturwissenschaften, Medizin und darüber hinaus in der Projektplanung und Verwertungen der Forschungsergebnisse in der pharmazeutischen Industrie ermöglicht. Zusammen mit dem Gerinnungszentrum der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sind Einrichtungen in Deutschland, Italien, den Niederlanden und Frankreich Teil des Konsortiums (https://www.educ8-h2020.eu).

 

Neben den Forschungsschwerpunkten im Bereich der Hemmkörperhämophilie und der Toleranzinduktion beschäftigen wir uns auch mit wissenschaftlichen Fragestellungen auf dem Gebiet anderer Gerinnungsstörungen (z.B. Hemmkörperentstehung bei Hämophilie B) und Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis). Die Bearbeitung aller Forschungsprojekte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit unserem Speziallabor für Gerinnungsstörungen, in dem u.a. die Bestimmung von Gerinnungsparametern und die Diagnostik von Hemmkörpern durchgeführt werden.

 

Abgeschlossene Verbundprojekte:

- ABIRISK (http://www.abirisk.eu/): Anti-Biopharmaceutical Immunization: prediction and analysis of clinical relevance to minimize the RISK (Innovative Medicine Initiative, GA n°115303)

- CI3 Clusters (http://www.ci-3.de/): Entwicklung von neuartigen, individualisierten immunologischen Therapieoptionen zur Behandlung von u.a. Krebs-, Autoimmun- und Infektions-Erkrankungen. (BmBF, FKZ 131A015)

 

Interesse? Für interessierte Kolleginnen und Kollegen und Studierende:

Sie haben Interesse auch an weiteren Informationen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Wir bieten interessante Themen für naturwissenschaftliche und medizinische Doktorarbeiten an. Wir freuen uns insbesondere über die Kontaktaufnahme von klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen, um gemeinsam klinisch relevante Fragestellungen zu bearbeiten und weitere Kooperationen aufzubauen.